mediterran leben

Das mediterrane Leben unterschiedet sich grundsätzlich von dem unseren. Es ist viel familienorientierter und oftmals beschwingter oder ungezwungener, manchmal auch unverbindlicher, als wir das in unseren eher nördlich geprägten Kulturen kennen. Dabei ist das mediterrane Leben nicht unbedingt leichter – eher im Gegenteil-, es wird nur nicht so schwer genommen.

Das Unterschiede fangen bei der Einteilung des Tages an. Viel weiter zieht sich das mediterrane Leben in den Abend hinein. Die “Siesta” am Mittag ist beinahe berühmt. Auch spielt sich dieses Leben mehr in Gesellschaft ab und natürlich im Freien. Das hat sich auf dem Land bis heute erhalten und ist selbst in den modernen Großstädten zu beobachten. Gehen Sie in Griechenland oder Spanien z.B. einmal um Mitternacht in die Altstadt… Viele von Ihnen kennen und leiben das, wie wir.

Davon ist auch die Gestaltung der Häuser beeinflusst. Oft gibt es einen großen zentralen Raum – das kann die Küche sein oder sogar eine überdachte Terrasse, die den Mittelpunkt darstellt, den zentralen Ort, an dem die Familie zusammenkommt. Die übrigen Zimmer und besonders die Schlafzimmer sind meist klein – man schläft ja nur darin. Oft wurden nach und nach Gebäudeteile angebaut, wenn die Familie Zuwachs erhielt – seitlich oder auch nach oben. Das hat sich scheinbar bis heute erhalten. Wenn Sie durch das mediterrane Land fahren, werden Sie oft scheinbar nur halbfertige Gebäude sehen, ragen Armierungseisen noch aus der Decke des Erdgeschosses heraus, die für eine spätere Erweiterung stehen gelassen wurden.

Von der Art des oben beschriebenen mediterranen Lebens schauen sich jüngere Gesellschaftschichten hierzulande immer mehr ab. Noch vor ein paar Jahren war es, als käme man in eine andere Welt, reiste man von hier nach da. Aber schauen Sie heute Alt- und Großstädte bei uns. Inzwischen ist es Alltag, dass Straßencafés bis in die späte Nacht hinein geöffnet haben. Sobald das Wetter auch nur einigermaßen es zulässt, sitzt man draußen – manchmal dick eingemummelt in eine Decke, die viele Cafés oder Kneipen inzwischen in ihrer Austattung haben. Selbst Geschäfte (bevorzugt Modegeschäfte) nutzen diese Art, miteinander zu kommunizieren und stellen eine Bank nach draußen oder legen auf die breite Fensterbank vor dem Schaufenster ein paar Kissen.

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